Unsere Geschichte

Nach zwölf Jahren in Wiesbaden ziehen wir Bilanz.

Wir, das sind Claudia, Michael und unsere Töchter Lilly und Mayla.

Für das Geld, das wir in den den letzten zweieinhalb Jahrzehnten an Miete ausgegeben haben, hätten wir uns längst ein schniekes Haus mit großem Garten kaufen können. Aber Ihr kennt den Spruch?!

"Hätte, hätte - Fahrradkette."

Wir haben einen bescheidenen Geldbetrag angespart. Da das Rhein-Main Gebiet unser Arbeitsmittelpunkt ist, ziehen wir mit dem Zirkel  einen 100 Kilometerradius rund um Wiesbaden. Und los geht es mit der Immobiliensuche. 

Wir suchen nach Ruhe, Natur, nach einem Ort, an dem wir uns nochmal neu erfinden können. Im Outback von Rheinland-Pfalz entdecken wir unser Traumhaus. Eine ehemalige Gastwirtschaft mit Nebengebäuden, Festsaal und einem Hektar Land (Wald und Wiesen).

 

Claudia + Michael
Claudia + Michael
Innenhof
Innenhof
Family
Family

Traumhaus

Um in dieser Immobilie ein Traumhaus zu sehen, bedarf es allerdings viel Phantasie und Vorstellungskraft. Aber wenn es Eines gibt, was wir beide im Überfluss besitzen, dann ist es genau das: die Fähigkeit in einer

"renovierungsbedürftigen Immobilie mit viel Potenzial" den Hof zu sehen,

auf dem wir leben wollen.

Putz blättert von der Fassade. Es gibt keine Heizung. Keine Heizkörper. Nichts. 

Nur einen bulligen Schwedenofen im Wohnzimmer, welches Löcher in der Decke hat, damit die oberen Räume auch beheizt werden können. Wir können zwar streichen und kleine Reparaturen bewältigen, aber davon, ein ganzes Haus in Eigenregie zu renovieren bzw. zu sanieren, sind wir weit entfernt.

Der Kaufvertrag ist ist unterschrieben, die Wohnung gekündigt.

Bis zum Einzug bleiben uns dreieinhalb Monate Zeit.

Wir stellen ein Team aus Handwerkern zusammen. Einige davon sind absolut großartig. Andere eine komplette Katastrophe. Neben unserer täglichen Arbeit, sind wir Bauleitung, lesen uns in Fachliteratur über Heizungssysteme ein, werden Materialspezialisten und bekommen spitz, dass man um Schlitze für Elektroleitungen in zwei Räumen zu schlagen kein komplettes Wochenende benötigen muss.

Wände werden neu gezogen, Mauern durchbrochen, 18 Heizkörper incl. Leitungen gesetzt. Im großen Bad entsteht ein neuer Raum für die Holzvergaserheizung incl. 2000 Liter Pufferspeicher. Die Küche wird neu gebaut, die Elektrik an den notwendigen Stellen erneuert ... alle Innenwände neu verputzt und gestrichen und im gesamten Haus Laminat bzw. Parkett verlegt.

Nach dreieinhalb Monaten Powersanierung und tausenden von gefahrenen Kilometern

ziehen wir am 12.12.2012 auf unseren Hof.

 

 

 

Fassadenarbeiten
Fassadenarbeiten
Sandstein freilegen
Sandstein freilegen
... und los geht`s
... und los geht`s
neu verputzt + gestrichen
neu verputzt + gestrichen
Scheune Urzustand
Scheune Urzustand
Sandstein freigelegt + verfugt
Sandstein freigelegt + verfugt
Fenster Scheune vorher
Fenster Scheune vorher
nachher
nachher
unser Hof
unser Hof
Scheune am Besichtigungstag
Scheune am Besichtigungstag
... und fast fertig gestrichen
... und fast fertig gestrichen
Wohnzimmer entkernt 1
Wohnzimmer entkernt 1
Wohnzimmer entkernt 2
Wohnzimmer entkernt 2
Wohnzimmer Trockenbau
Wohnzimmer Trockenbau
Wohnzimmer Wände fertig
Wohnzimmer Wände fertig
Wohnzimmer einzugsbereit
Wohnzimmer einzugsbereit

Bilanz nach fünf Jahren

Es ist hier einfach großartig. Wir leben dort, wo andere Urlaub machen.

Die Dorfgemeinschaft hat uns mit offenen Armen aufgenommen.

Wir sind integriert und bringen uns ein. Hier wird sich nicht wochenlang vorher verabredet und dann kurzfristig wieder abgesagt, hier steht man einfach vor der Tür, setzt sich in die Runde dazu oder packt mit an, wenn Hilfe benötigt wird. Dieses Modewort "entschleunigen" ist schon arg abgegriffen aber es trifft das Leben hier im Kern.

"Entschleunigen" heißt ja nicht, dass man auf der Couch liegt. Wir sind immer am "schaffen", wie es hier heißt. Aber der Rhythmus ist entspannter. Es ist ruhig hier. Absolut. Stille ohne Nebengeräusche.

 

Aber das Paradies fällt einem nicht in den Schoß. Der Hof ist ein Organismus, der ständiger Pflege bedarf. Bei Starkregen kontrollieren wir die fünf Dachböden bzw. die Dächer auf ihre Dichtigkeit. Die Gärten müssen in Schuß gehalten werden.

Ständig gibt es irgendetwas zu reparieren. Man ist hier nur richtig, wenn man Spaß daran hat, diese Arbeiten zu erlernen und durchzuführen. Da wir ausschließlich mit Holz heizen und pro Jahr ca. 28 Festmeter benötigen, ist Michael zu den entsprechenden Zeiten im Wald, schwingt die Motorsäge, spaltet und fährt das Holz auf den Hof. 

Das ist alles sehr anstrengend und gleichzeitig sehr befriedigend.

Und was am Wichtigsten ist: die Anfangseuphorie ist geblieben. Bis zum heutigen Tag.

 

Da wir beide freiberuflich arbeiten, können wir einen Großteil der Arbeit von zu Hause aus erledigen. Dem Internet sein Dank! Trotzdem sind wir phasenweise sehr viel unterwegs. Mit unseren zwei PKW`s kommen wir auf ca. 60.000 km pro Jahr.